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Letter 7131

Darwin, C. R. to Müller, H. L. H.

14 Mar 1870

Summary

Interested that HM is studying structure of insects in relation to flowers.

Transcription

Down, Beckenham, Kent

March 14. 1870.

My dear Sir

I think you have set yourself a new, very interesting and difficultline of research.f1 As far as I know, no one has carefully observed thestructure of insects in relation to flowers, although so many havenow attended to the converse relation. As I imagine few or no insectsare adapted to suck the nectar or gather the pollen of any single familyof plants, such striking adaptations can hardly, I presume, beexpected in insects as in flowers.— … Die Wichtigkeit der keinen Pollen verzehrenden Schmetterlinge für die Blumen ist mir niemals eingefallen, und Ihre Gesichtspunkte erklären die ungeheuere Entwickelung der nächtlichen Arten. Es scheint mir sehr seltsam, dass es keine nächtlichen blumensaugenden Zweiflügler und Hautflügler geben soll. Hat irgend wer den Magininhalt der Fledermäuse untersucht? Nach den Hummeln und Honigbienen, Die oft verschiedene Arten besuchen, und nach dem Beispiele der Wespen und der Epipactis latifolia Kann ich nicht umhin, zu denken, dass der Geschmack des Nektars die Besuche der Schmetterlinge sogar noch mehr bestimmen muss, als der Bau der Blume. Würde es sehr schwierig sein, das Verhältniss der in Deutschland verkommenden Blumen mit so langen Nektarien oder so verlängerter Röhre, dass sie nur durch Schmetterlinge ausgebeutet werden können, festzustellen? Die in meinem Orchideonbuche versuchte Erklärung der Länge des Nektarium von Angraecum, kann, wie ich vermuthe, auf andere Fälle ausgedehnt werden. Sie müsste,, denke ich, von Pictet’s oder anderen Werken die frühesten geologischen Fotmationen festellen, in welchen die verschiedenen Ordnungen der Insekten aufgefunden worden sind. Es ist, wie ich glaube, viel Wahres in dem, was ich in einer der spläteren Ausgaben des “ Ursprungs der Arten” folgerte, dass, bevor Insekten erschienen, die Pflanzen nicht mit ornamentalen Blüthen geschmückt gewesen sind. Ich zweifle einigermassen daran, dass irgend eine Beziehung zwischen den glänzenden Farben der Schmetterlinge, ihren Blumenbesuchen und der geschlechtlichen Zuchtwahl bestehe, denn die Geschlechter variiren in der Farbe so häufig im ganzen Thierreich. …

Yours very sincerely | Ch. Darwin

DAR 146: 432, Krause 1884

true

Footnotes

f1
See letter from Hermann Müller, 8 March 1870.
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