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Darwin Correspondence Project

From T. H. Huxley   3 December 1873

4 Marlborough Place | NW

Decr. 3rd. 1873

My dear Darwin

I have had a letter from Dohrn at last— As I suspected would be the case, he declined our proposition apparently on the ground of the objection his father would have to it— But I inclose his letter for your inspection   Please return it to me when you have read it1

Hooker’s inauguration was a perfect success—and he got through his speeches excellently   It was the largest & best gathering of the Fellows I have ever seen at an Anniversary Dinner—2 Owen distinguished himself at the Meeting in his way   I think he is mad with spite & malice against me3

[Enclosure]4

Lieber Professor Huxley!

Wenn ich einige Tage wartete, ehe ich auf Ihren für mich so wichtigen Brief antwortete, so lag das an der Vielseitigkeit der Situation, die Ihr Brief geschaffen.5

Meine erste Empfindung war, dass ich aus meiner schwerigen Situation durch Ihr Anerbieten erlöst würde. Aber bald musste ich doch fühlen, dass ich noch andre Rücksichten zu nehmen habe, als diese einzige. Und diese hauptsächliche Rücksicht nennt sich: mein Vater.

Er würde es als eine Verletzung empfinden, wenn ich eine Subscription annähme in einer Angelegenheit, welche, mag sie immerhin eine hohe wissenschaftliche Bedeutung besitzen, doch auch eine sehr persönliche für seinen Sohn hat. Wäre mein Schicksal weniger eng nicht Gelingen oder Misslingen der Zoolog. Station verbunden, so würde er sicher keinen Anstoss nehmen,—und ich hätte dann keinen ernstlichen Grund die Hilfe abzulehnen, die mir von Ihnen und Mr. Darwin angeboten wird. Handelte es sich z.B. um die Beschaffung eines Dampffboots für Fischerei-Zwecke, oder um Erbauung einer zweiter Station in Messina,—ja wäre es überhaupt nicht, um mich persönlich aus einer Verlegenheit zu befreien,—so würde ich keine seiner Empfindlichkeiten gelten lassen.

So aber bin ich verpflichtet,—und Sie werden das begreifen, nichts zu thun, dass ihm den Gedanken erwecken könnte, sein Sohn hätte Mittel benutzt, die er selber nicht billigt. Mein Vater ist alt, und wir sind unser ganzen Leben bei aller inneren Verwandtschaft aus einem oft recht schroffen Gegensatz nicht herausgekommen. Ich muss also ihm zu Liebe die Schwierigkeit der Lage annehmen,—und habe versucht mich durch ein vielleicht gefährliches Arrangement daraus zu befreien.

Da ich meinem Contractor für 1874 & 1875 je 750£. zu zahlen habe, welche er als Garantie für soliden Bau in meinen Haenden lassen muss, so bin ich nicht meinem Credit für ihn eingetreten, d.h. ich habe mich verpflichtet, gesetzlich, ihm im nächster October und übernachsten October diese Summe zu zahlen. Dies Document halt es ihm ermöglicht aus seinen Verlegenheiten sich zu befreien, und gegenwärtig wird an der Vollendung der Station eifrig weitergearbeitet.

Da zugleich die bedrohliche Cholera-Epidemic in Abnehmen gegriffen ist,6 so hoffe ich auf einer Einnahme in nächsten Frühjahr, die mich über Wasser hält.

Sollte trotz dem ein Deficit sich einstellen,—nun dann habe ich ein gewisses Recht, meinem Vater zu sagen: willst Du mir dies Deficit decken? will oder kann er es nicht,—dann muss er mir es überlassen, mir selbst zu helfen,—und dann, Professor Huxley, werden Sie und Mr. Darwin mir gewiss nicht nachtragen, dass ich dissmal aus den eben dargelegten Gründen die Hilfe nicht annehmen kann.

Mir wird es sehr schwer, Ihnen diesen Brief zu schreiben,—ich würde viel lieber darüber mit Ihnen sprechen, denn dann wäre ich sicher, dass ich meine Empfindungen klarer ausdrücken würde. Aber ich habe ein so feste Zutrauen, dass Sie meine Gesinnung nicht missverstehen, und diese Rücksicht anerkennen, dass ich Ihnen diesen Brief doch so wie er ist, zusende

Uebrigens hat Armstrong7 für eine etwaige Subscription 50 £. angeboten,—aber jedes Seilen von Geld abgewiesen.

Ich hoffe aber nur um so lebhafter, Sie möchten Zeit und Lust finden sich im nächsten Frühjahr “Italy-bitten” zu empfinden,—und dann die Station selbst betrachten. Mir, dem Individuum Anton Dohrn,—ist freilich kein persönliches Gefühl im Wege, mit allen nur möglichen, ehrlichen Mitteln den Ausbau dieses Unternehmens zu fördern, denn was auch Philister darüber reden könnten, ich weiss mich frei von der Sucht, Geld zu machen. Wenn es also möglich bleibt, dass Sie, Darwin, Foster8 u. A. Sich auch noch später zu solcher Unterstützung meiner Bestrebungen entschliessen könnten, so würde ich sogar versuchen, in Deutschland einer Anschluss dafür zu wecken, und dem Unternehmen, das ich verwalte und wovon ich öffentlich Rechnung legen werde, so viel Mittel als möglich zu erwerben.

Hätte ich nicht so rasend viel zu arbeiten, so würde ich sofort einen aehnlichen Brief an Mr. Darwin schreiben,—aber da einerseits die Station, anderseits die leider wiedergekehrten blue devils sich um meinen exclusiven Besitz streitten, so muss ich allmälig erst diese Mittheilung an Darwin, Foster u. Dew.-Smith, Balfour gelungen lassen.9

Ceterum censeo:10 nehmen Sie diesen Brief nicht übel, und setzen Sie mich seinethalben nicht nun einen Grad tiefer in Ihrer Sympathie, die mir zu Kostbar ist, als dass ich sie für irgend etwas weggeben könnte.

Grüssen Sie die Happy family und Mrs. Huxley11 recht herzlich; erst gestern setzte ich einen hermit-crab, der 7 Actinien schlappte in meine Tanks,—dabei gedachte ich der schweren Pflichten von Mrs. Huxley freute mich aber, ihr dies sagen zu können.

Grant12 grüsst sehr freundlich! | Ihr | treuer u dankbar, | Anton Dohrn

Miss Mary13 befindet sich so wohl, als ihr 30 Grad Kälte erlauben.

Pallazo Torlonia. 26.11.1873

Footnotes

Anton Dohrn was raising money for the zoological station he had built at Naples. Dohrn’s father was Carl August Dohrn.
Joseph Dalton Hooker had been elected president of the Royal Society of London (Record of the Royal Society of London). The anniversary dinner was normally held on 30 November (St Andrew’s day), but in 1873, 30 November was a Sunday so the dinner was held instead on 1 December (The Times, 2 December 1873, p. 7).
Richard Owen’s address to the fellows of the Royal Society (Owen 1873) touched on the subject of payment to secretaries of the society; Huxley had been elected secretary at the anniversary meeting (The Times, 2 December 1873, p. 7).
For a translation of the enclosure, see Appendix I.
Huxley had sent Dohrn a draft appeal for funds for the Naples station (see letter from T. H. Huxley to Anton Dohrn, 15 November 1873). This enclosure is Dohrn’s reply.
The cholera epidemic in Naples in 1873 lasted for about four months and resulted in over 1200 deaths (Snowden 1995, p. 16).
William George Armstrong.
Michael Foster.
Foster had tried to persuade the University of Cambridge to agree to support a bench (that is, a dedicated workspace for researchers in the laboratory) at the Naples Station (see Heuss 1991, p. 130). Albert George Dew-Smith and Francis Maitland Balfour were the first English researchers to visit the Naples Station when it opened (Heuss 1991, p. 153).
Ceterum censeo: furthermore I consider (Latin; from the Latin oratorical phrase ‘Ceterum censeo Carthaginem delendam esse’: Furthermore, I consider that Carthage must be destroyed).
Henrietta Anne Huxley.
Charles Grant also lived at the Palazzo Torlonia, where Dohrn resided in Naples.
Probably a reference to Maria von Baranowska, whom Dohrn married in 1874 (Heuss 1991, p. 161).

Summary

A letter from Anton Dohrn declines the proposed fund [that THH and others suggested be raised in England for marine biological station at Naples].

Hooker’s inaugural as President of Royal Society a success.

R. Owen distinguished himself in his way.

Letter details

Letter no.
DCP-LETT-9169
From
Thomas Henry Huxley
To
Charles Robert Darwin
Sent from
London, Marlborough Place, 4
Source of text
DAR 166: 330; Imperial College of Science, Technology and Medicine Archives (Huxley 13: 252)

Please cite as

Darwin Correspondence Project, “Letter no. 9169,” accessed on 11 December 2018, http://www.darwinproject.ac.uk/DCP-LETT-9169

Also published in The Correspondence of Charles Darwin, vol. 21

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